Miklós Vajda: Mutterbild in amerikanischem Rahmen

Miklós Vajdas "Mutterbild in amerikanischem Rahmen" führt den Leser nach Ungarn und in die USA. Die Wechselhaftigkeit des 20. Jahrhundert spiegelt sich im Schicksal von Mutter und Sohn wider.

Die Mutter wächst Anfang des 20. Jahrhunderts in einer privilegierten Familie in Budapest auf. Sie genießt das Leben bis die Pfeilkreuzer und dann die deutsche Besatzung ihr Unwesen in Ungarn treiben. Als Jüdin gerät sie in unmittelbare Lebensgefahr. Unter der sowjetischen Besatzung gilt sie als politisch unzuverlässig und muss für einige Zeit ins Gefängnis. Sobald sie kann, tritt die Mutter die Flucht nach Vorne in die USA an. Dort besucht sie später der Sohn, der in Ungarn geblieben war. Die Entfremdung zwischen Mutter und Sohn ist auf jeder Seite spürbar, aber auch das Bemühen des Sohnes sich seiner Mutter zu nähern. So entsteht aus der Ferne und in der Rückschau das "Mutterbild in amerikanischem Rahmen".

Ein leiser Roman voller Stellen, an denen der Leser heftig schlucken muss, angesichts des Überlebenskampfes innerhalb so verschiedener Gesellschaftsformen. Bleibt zu hoffen, dass noch mehr Werke des nicht mehr ganz jungen Schriftstellers auf den deutschen Markt gelangen.

Braumüller 2012, ISBN 9783992000463

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Veröffentlicht unter Belletristik, Ungarn, USA

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