Philip Krömer: Ymir

Seit Monaten tauchen in meiner Timeline auf Facebook und Twitter Rezensionen zu Philip Krömers Debütroman Ymir auf. Die meisten Blogger äußern sich positiv über das Buch. Kein Wunder also, dass der Roman auf der Shortlist des Bloggerpreises „Das Debüt“ steht. Als Mitglied der Jury des Preises lese ich mich natürlich gehorsam durch die Liste mit fünf Titeln. Das reich illustrierte Buch Ymir in die Hand zu nehmen, ist zumindest optisch ein Vergnügen.

Philip Krömer erzählt eine sagenhafte Geschichte vor historischem Hintergrund: Drei Deutsche reisen 1939 in geheimer Mission nach Island. Dort werden sie in einem Bunker erwartet, der im Ernstfall die NS-Spitze des Dritten Reiches beherbergen soll. Unterhalb des Bunkers hatten Wissenschaftler zuvor ein tiefes Loch entdeckt. Die kleine Expedition aus Deutschland soll das Loch erkunden und sein Rätsel lösen.

Beim Abstieg in die Untiefe stürzt ein Teammitglied, der SS-Mann, ab. Übrig bleiben der sogenannte Forscher und der Schriftsteller, der das Erlebte für die Nachwelt aufschreiben soll.

Die beiden verlieren sich auf ihrer Reise in unglaublichste Theorien über das Loch, die Herkunft der Ur-Arier und die Konstruktion der Welt. In der Wahrnehmung des Erzählers spazieren die beiden durch den Körper des Riesen Ymir, einer isländischen Sagengestalt. Von Kopf bis Fuß illustrieren die Zeichnungen im Buch den Körper Ymirs.

Auf ihrer Reise treffen die beiden auf unbekannte Wesen, die sie als Ur-Arier identifizieren. Der Forscher will die vermeintlichen Beweise für die unehrenhafte Herkunft der Arier vernichten und tötet die Lebewesen. Für den Schriftsteller ist das ein unverzeihliches Verbrechen. Er bestraft den Forscher mit dem Tod und klettert allein an die Oberfläche zurück. Im Bunker erfährt er vom Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Erzählt wird aus der Perspektive des Schriftstellers, bei dem der Leser zu Beginn des Buches buchstäblich anklopft.

Mir waren die erzählerischen Wendungen zu verworren. Passend zum historischen Stoff greift der Autor für meinen Geschmack zu tief in die Sprachmottenkiste.

Die Lektüre dieses Debütromans war kein Vergnügen.

Homunculus Verlag ISBN 9783946120186

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland

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