Piotr Pazinski: Die Pension

Mit der preisgekrönten Erzählung "Die Pension" schreibt der polnische Schriftsteller und Journalist Piotr Paziński gegen das Vergessen an.

Der Erzähler, ein junger Mann, reist in die Pension aus Kindertagen in einen ehemals beliebten Ferienort. Die Pension war so etwas wie eine zweite Heimat für seine Großmutter und ihn, aber auch für die anderen jüdischen Feriengäste.

Doch die Pension steht heute fast leer. So leer und verfallen wie das jüdische Leben in Polen. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten etwa 3,3 Millionen Juden in Polen. Schätzungen zufolge wurden drei Millionen von den Nazis ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen die überlebenden jüdischen Bürger Stück für Stück Polen, um sich vor der neuen Diktatur mit den altbekannten Judenfeindlichkeiten in Sicherheit zu bringen.

In einer wunderbaren poetischen Sprache führt Piotr Paziński den Leser zurück in die Jahrzehnte seiner Kindheit in die 70er und 80er Jahre. Zudem schildert er die Erinnerungen anderer Feriengäste, die in die Zeit der Shoa und davor zurückgehen.

Dem Autoren gelingt damit eine eindrucksvolle, nur 140 Seiten umfassende, Erzählung wider das Vergessen.

Danke Stephanie Haerdle für diesen Lesegenuss!

Edition.fotoTAPETA Berlin ISBN 9783940524256

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Veröffentlicht unter Belletristik, Polen

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