Rebecca Maria Salentin: Klub Drushba

Ein kluger und herzerwärmender Humor – das verbinde ich mit der in Leipzig lebenden Autorin Rebecca Maria Salentin. Dieser Humor durchzieht ihren 2015 erschienenen Roman „Schuld war Elvis“ ebenso wie ihr jüngstes Werk „Klub Druschba. Zu Fuß auf dem Weg der Freundschaft von Eisenach nach Budapest“. Nun gehören Bücher über Wanderwege nicht zu meinen Prioritäten, aber wenn sie aus der Feder von Rebecca Maria Salentin stammen, ist neben Humor Tiefgang garantiert.

Bereits 2016 beschließt die Autorin drei Jahre später den einzigen grenzüberschreitenden Fernwanderweg der DDR zu gehen. Der kaum bekannte Wanderweg wurde 1983 als Gemeinschaftsprojekt von der DDR, Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn eröffnet.

Das Startjahr 2019 markiert einen großen Wendepunkt in Salentins Leben. Sie wird 40, ihre Kinder verlassen das Haus, sie verkauft nach zehn Jahren das allen Leipzigern bekannte Café Zierlich Manierlich und verliert mit dem Lebenspartner auch ihre Wohnung. Ein guter Zeitpunkt, den 2.700 Kilometer langen Weg anzugehen, obwohl oder gerade weil sie es hasst, zu wandern.

Wer ein reines Wanderbuch erwartet, wird enttäuscht werden. Zwar enthält es Beschreibungen der Naturerlebnisse oder Erfahrungen mit mehr oder weniger herzlicher Gastfreundschaft. Vor allem aber erzählt Salentin ihre ganz persönliche Geschichte über enttäuschte Liebe, gute Freunde und der alleinigen Auseinandersetzung eines Stadtmenschen mit der Natur.

Druschba – das russische Wort für Freundschaft landet nicht umsonst im Titel des Buches. Denn ihre Freunde begleiten sie streckenweise auf dem langen Weg nach Budapest – teils buchstäblich, teils per WhatsApp. Und nicht zuletzt entstehen neue Freundschaften. So gelangen sie und ihr neuer Freund Johann als 13. und 14., die je den Fernwanderweg komplett abgeschritten sind, ans Ziel.

„Klub Druschba“ ist ein kurzweiliges und erhellendes Buch, das Mut macht, Umbrüche anzunehmen!

Voland & Quist ISBN 9783863913120

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