Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

Ein ganzes Leben erzählt Robert Seethaler auf nur 150 Seiten. Unaufgeregt, leise und dennoch präzise und emphatisch schildert der österreichische Autor das Leben des Waisenjungen Andreas Egger zwischen 1902 und 1980.

Nach dem Tod seiner Mutter, im Alter von etwa vier Jahren, wird Andreas von Bauer Kranzstocker in einem Tal irgendwo in den österreichischen Alpen aufgenommen. Er überlebt die schwere Kindheit im Haus des brutalen Bauern, der ihn immer wieder schlägt. Zu einem kräftigen jungen Mann herangewachsen, verdient er sich zunächst seinen Lebensunterhalt als Gelegenheitsarbeiter. Doch nachdem er mit Marie die Liebe seines Lebens gefunden hat, sucht er sich eine Festanstellung bei einer Firma, die in der Region Seilbahnen baut. In den 1930er- und 1940er-Jahren ist das ein boomendes Geschäft, da das Skifahren und wandern als Massenfreizeitbeschäftigung in dieser Zeit immer beliebter wird. Andreas Eggert ist Sprengmeister und Wartungsarbeiter. In diesem Beruf geht er auf, zumal er ihn immer mitten in der von ihm so geliebten Natur ausüben kann.

Eine große Liebe, ein erfüllender Beruf und ein Haus auf dem Berghang - besser könnte es das Leben gar nicht mit ihm meinen. Oder doch? Welche Wendungen das Schicksal für den genügsamen und stillen Mann bis in die 1980er-Jahre des 20. Jahrhunderts bereit hält, sollten Leser selber entdecken.

In einer wunderbaren und fesselnden Sprache führt Robert Seethaler durch die Geschichte des Alpendorfes im 20. Jahrhundert.

Unbedingt lesenswert.

Hanser Verlag ISBN 9783446246454

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Veröffentlicht unter Belletristik, Österreich

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