Rodolfo Enrique Fogwill: Die unterirdische Schlacht

Der Falkland-Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien um eine Insel mit eine Handvoll Schafzüchtern und Tonnen von Schafen kam mir schon immer reichlich sinnlos vor. Nach der Lektüre von Rodolfo Enrique Fogwills "Die unterirdische Schlacht" weiß ich auch wieso.

Warum überfällt man im Jahr 1982 eine solche Insel? Wieso liefert Großbritannien Waffen an eine Militärdiktatur und wundert sich dann, dass das Regime die Waffen gegen den Lieferanten benutzt? War Ende des 20. Jahrhundert ein Krieg aus Patriotismus wirklich möglich? Und wer war hier eigentlich patriotischer die Argentinier oder die Briten?

Die Argentinier in Fogwills Geschichte sind jedenfalls nicht mit allzu vielen patriotischen Gefühlen belastet. Eine Gruppe von argentinischen Soldaten baut sich auf den Falklands ein Netz von Gräben. In diesen unterirdischen Gängen versuchen sie zu überleben. Natürlich mit Wissen und Unterstützung einiger britischer Truppenteile, die sich munter am Handel und Wandel der untergetauchten Argentinier beteiligen.

Eine geigenwillige Erzählung gegen das Schwarz-Weiß-Denken und eine wunderbare Parabel auf den gemeinen Bürger aller Welt und aller Zeiten.

Rowohlt Verlag GmbH 2010, ISBN 978 3 498 02128 3

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Veröffentlicht unter Belletristik, Großbritannien

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