Roman Israel: Minimal ist besser

"Minimal ist besser" - so lautet der Titel des 200 Seiten umfassenden Plädoyers für eine mobile Lebensweise ohne viel eigenen Besitz. Der 1979 geborene deutsche Schriftsteller Roman Israel beschreibt darin sein Leben mit leichtem Gepäck.

Vor gut zwei Jahren verabschiedete sich der Autor von seiner Wohnung und dem Großteil seines Besitzes, denn "der wahre Besitz eines Menschen liegt in seinen Fähigkeiten und nicht in materiellen Dingen". Zudem sei aller Besitz nur eine Leihgabe, die spätestens im Todesfall zurückgegeben werden müsste.

Zwei Jahre lang zog Roman Israel mit Rucksack, Laptoptasche und Handy von Ort zu Ort, von vorübergehender Bleibe zu vorübergehender Bleibe. Das Nomadenleben habe ihn lockerer und ausgeglichener gemacht, schreibt er. Oft wisse er zwar nicht, wo er im nächsten Monat schlafen würde, dennoch vertraue er der Welt um sich herum stärker als früher. Zudem habe der häufige Wohnungswechsel sein Empathieempfinden beeinflusst. Jede Wohnung, in der er kurzeitig gelebt hätte, jeder Lebensstil der Bewohner sei anders und habe ihm die Augen für andere Lebensumstände- und modelle geöffnet.

In Zukunft plant der Autor ein festes WG-Zimmer für die Wintermonate anzumieten und die Sommermonate auf Wanderschaft zu sein. Gerade im Winter verbringe er viel Zeit im Haus und wenn die Wohnungen - bei aller Toleranz - zu großes Unbehagen bei ihm auslösten, störe das seine Kreativität.

Sein Fazit: "Mein persönlicher Traum von Freiheit hat sich erfüllt, und das hat mein Denken und Tun von Grund auf verändert."

Ein nachdankenswertes Buch! Nach der Lektüre habe ich sofort angefangen, meine Wohnung zu entrümpeln.

mikrotext ISBN 9783944543703

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland
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