Schulamit Meixner: ohnegrund

Verloren und einsam wirken die Figuren in Schulamit Meixners Debütroman "ohnegrund". Sharona, ein neunjähriges Mädchen träumt Nacht für Nacht von dem Tod ihres Vaters. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter Amy und ihrer Großtante Lisa in London. Einzig ein Nachbarsjunge scheint ihre Einsamkeit aufzubrechen. Was steckt hinter den Alpträumen?

Einfühlsam rollt Schulamit Meixner die Familiengeschichte auf. Die jüdischen Ur-Großeltern siedelten sich nach Flucht und Exil wieder in Wien an. Die Großmutter lebt als Bildhauerin gemeinsam mit ihrem Mann, einem berühmten Maler, in London. Sie erwarten von ihrer Tochter Amy eine ähnlich ambitionierten Lebensentwurf und schicken sie zum Studium nach Israel. Doch Amy trifft in Tel Aviv ihre große Liebe, heiratet, wird Mutter und arbeitet in einer Galerie.

Geprägt von der Kälte ihres Elternhauses, gelingt es Amy dennoch nicht über ihre emotionalen Schatten zu springen und so kehrt sie als allein erziehende Mutter mit ihrer Tochter Sharona in ihr Elternhaus nach London zurück, während diese längst an der sonnigen Westküste der USA eine neue Heimat gefunden haben.

Mühsam nähern sich Amy und Sharona in ihrer Trauer an. Ob sie die diversen Familiengräben überwinden können, bleibt offen. Ein starker Debütroman, der auf weitere Veröffentlichungen hoffen lässt.

Picus Verlag ISBN 9783854526810

 

Veröffentlicht unter Belletristik, Großbritannien, Israel, Österreich

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