Sharon Dodua Otoo: Adas Raum

Feminismus, Rassismus, Kolonialismus – Sharon Dodua Otoo greift in ihrem für den Bloggerpreis „Das Debüt“ 2021 nominierten Roman „Adas Raum“ gleich alle drei welt- und zeitumspannenden Themen auf. Ein sehr ehrgeiziges, für meinen Geschmack zu ehrgeiziges Ziel.

Ada ist der Name vieler Frauen, die mal im 15. Jahrhundert in Ghana, mal im 19. Jahrhundert in London oder im 20. Jahrhundert im KZ Dora-Mittelbau oder im hippen Berlin der Gegenwart leben. Sie sind klug und selbstbewusst, wurden von lebensklugen Frauen großgezogen. Zugleich sind sie immer wieder Opfer von männlicher Gewalt und Rassismus. Auch das Thema kulturelles Erbe wird im Buch aufgegriffen.

Bis auf die gruseligen KZ-Szenen, die aus der Perspektive eines Schrankes erzählt werden, sind die Kapitel vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart ist präzise konstruiert und mitreißend erzählt. Durch die ständigen erzählerischen Sprünge von der einen Ada zu einer anderen, von London nach Berlin, von Armut zu Reichtum oder durch die Jahrhunderte ergeben die einzelnen Passagen eine schier erdrückende, nie enden wollende Ada-Schleife.

Die großen Themen des Romans – Feminismus, Rassismus und Kolonialismus – sind selbstverständlich über Orte und Zeiten hinweg miteinander verbunden. Um das deutlich zu machen, braucht es aber nicht die Vielzahl an Figuren und ihren Geschichten. Am Ende habe ich mich geradezu durch die Seiten gequält. Mit ein Drittel weniger Text hätte mich das Debüt wahrscheinlich begeistert.

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

S. Fischer Verlag ISBN 9783104905075

 

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