Stefanie vor Schulte: Junge mit schwarzem Hahn

„Junge mit schwarzen Hahn“ heißt der faszinierende Debütroman von Stefanie vor Schulte, erschienen im Diogenes Verlag. Der Roman wurde für den Bloggerpreis „Das Debüt“ 2021 nominiert.

Martin und sein Hahn könnten im Mittelalter oder in einer düsteren Zukunft leben. Martin ist der einzige Überlebende einer verarmten Familie. Niemand in seinem Heimatdorf kümmert sich um den Jungen. Sein einziger Vertrauter ist von Kleinkindalter an sein schwarzer Hahn. Da dieser schwarze Hahn gerne auf Martins Schulter sitzt, werden ihm magische Eigenschaften angedichtet.

Neben dem Hahn gibt es für Martin nur einen Lichtblick: Franzi. Das Mädchen ist nicht nur die hellste Kerze im Dorf, sie spürt und schätzt auch die reine Seele von Martin. Doch beide scheinen in dem sterbenden Dorf angekettet zu sein. Zumindest bis der Maler auftaucht.

Der Maler wandert von Auftrag zu Auftrag durch die verarmten Dörfer und durch die vom nicht enden wollenden Krieg verwüsteten Landschaften. Er ist Martins Ticket nach draußen. Doch im Krieg mit seinem Hunger verwandeln sich auch die besten Menschen in Monster.

Nur zwei Seelen bleiben unbeirrt rein: die von Martin und Franzi. Ob das Leben es für die beiden eines Tages gut meint, will ich hier nicht verraten.

„Junge mit schwarzem Hahn“ zeichnet ein fast durchgehend düsteres Bild der Menschheit. Doch die wenigen Lichtblicke reichen, um Menschenleben zu retten. Insofern stimmt das Buch inmitten der Corona-Pandemie optimistisch.

Solange es solche Debütromane gibt, gibt es auch Hoffnung für den deutschsprachigen Literaturbetrieb.

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

Diogenes ISBN 9783257071665

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