Steffen Kopetzky: Risiko

Wer Steffen Kopetzkys Roman "Risiko" liest, riskiert nur eines: Tagelang zu lesen und einer Gruppe von Verschwörern auf einer 5.000 Kilometer langen Reise auf mehr als 700 Seiten pausenlos zu folgen. 

Der Roman basiert auf folgenden Fakten: Max von Oppenheim, Orientalist, Archäologe und Diplomat, leitet 1914 die Nachrichtenstelle für den Orient im Auswärtigen Amt in Berlin. Sein Ziel ist es, die islamische Bevölkerung des Nahen und Mittleren Ostens zu einem Dschihad, einem Heiligen Krieg, gegen die Briten zu ermutigen. So könnten die Engländer nachhaltig geschwächt und von ihren ungeheuren Rohstoffvorräten in Asien auf Dauer abgeschnitten werden.

Im Roman stellt Max von Oppenheim eine Gruppe von Gelehrten und Militärs zusammen, die in das bis dato von Deutschen nicht betretene Afghanistan reisen. Sie sollen den Emir von Afghanistan überzeugen, mit seinen Stämmen gegen die Briten auf Seiten der Deutschen und Österreicher zu kämpfen. Riefe der Emir von Afghanistan zum Dschihad auf, so das Kalkül der Deutschen, würden ihm sowohl sunnitische als auch schiitische Anführer folgen.

Steffen Kopetzky gelingt es meisterhaft, die Romanfiguren ungemein vielschichtig und lebendig zu beschreiben. Man fiebert wie in einem Abenteuerroman mit den Helden mit, obwohl sie ein obskures Ziel verfolgen. Gleichzeitig liest man eine Spielanleitung um Geld, Rohstoffe und Macht von weltgeschichtlicher Dimension.

Klett-Cotta ISBN 9783608939910

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Veröffentlicht unter Afganistan, Belletristik, Deutschland

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