Thomas Ziebula: Abels Auferstehung

„Abels Auferstehung“ von Thomas Ziebula ist genau die richtige Lektüre für Fans von Kriminalromanen, die Leser:innen in die deutsche Geschichte entführen. Achtung: Ich bin als Leipzigerin nicht ganz objektiv, wenn ein Buch in meiner Heimatstadt spielt.

Anfang der 20er-Jahre kehren immer mehr Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft zurück nach Hause. Sie waren teils seit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 fern von ihren Liebsten, oft war auch der Kontakt über Jahre unterbrochen. Ihren Platz im Leben, ob im Ehebett oder am Arbeitsplatz, hatten längst andere eingenommen. So fiel die Begrüßung nicht immer herzlich aus und manchmal gar tödlich, wie im Falle von „Abels Auferstehung“.

Diesen Fall löst natürlich Kriminalinspektor Paul Steiner, der selbst erst 1920 traumatisierten aus der Kriegsgefangenschaft nach Leipzig zurückkommt.

Gekonnt erzählt Thomas Ziebula ganz nebenbei in seinem Kriminalroman von den gesellschaftlichen Umständen der 20er-Jahre. Der aufkeimende Nationalsozialismus, der mit Gewalt versucht Einfluss zu nehmen auf die Öffentlichkeit, wird ebenso geschildert wie die Situation der Frauen. Sie hatten sich eine Berufstätigkeit aufgebaut und sollten und wieder zurück an den Herd, damit die Heimkehrer einen Arbeitsplatz hatten. Und wenn sie nach Jahren der Trennung einen neuen Mann an ihrer Seite hatten, galten sie als treulos und schuldig.

Unterhaltsam und lehrreich macht die Lektüre Spaß. Aber sie erinnert auch sehr an Volker Kutschers Buchreihe. Bleibt zu hoffen, dass diese Masche nicht auch zu Tode geritten wird, wie die Krimis, die an Urlaubsorten spielen.

Wunderlich im Rowohlt Verlag ISBN 9783805200608

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

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