Tom Hillenbrand: Der Kaffeedieb

Ein Leben ohne Kaffee ist heute in Europa kaum vorstellbar. Doch von der arabischen Luxuskaffeebohne zum Massenprodukt war es ein langer Weg. Die ersten Schritte auf diesem Weg Ende des 17. Jahrhunderts zeichnet Tom Hillenbrand in seinem jüngsten Krimi "Der Kaffeedieb" nach.

Forschung ist teuer. Ende des 17. Jahrhunderts macht auch der Gelehrte Obediah Chalon diese Erfahrung. Er gehört einer verarmten katholischen Familie in England an. Um seine Sucht nach Erkenntnissen zu finanzieren, spekuliert er an der Börse. Und als das schief geht, fälscht er Wechsel. Natürlich dauert es nicht lange, bis die Polizei ihm auf die Spuren kommt.

Die Flucht in die Niederlande verschafft ihm nur kurz Luft. Denn seine außergewöhnlichen Fähigkeiten bleiben der Vereinigten Ostindischen Compagnie (VOC) nicht verborgen. Der damals führenden Handelsgesellschaft ist jedes Mittel recht, um Profit aus ihren Geschäften zu ziehen. Kaffeebohnen wurden im Jemen unter der Herrschaft der Osmanen angebaut und für viel Geld gehandelt. Für die VOC wären eigene Kaffeeplantagen das Versprechen auf einen riesigen Gewinn. Also heuert die VOC Chalon an, Kaffeepflanzen im Jemen zu stehlen und in die Niederlande zu bringen. Als Lohn soll Chalon die Freiheit und eine stattliche Summe erhalten.

Spannend und überaus kenntnisreich schildert Tom Hillenbrand das nun folgende Abenteuer, das um die halbe damals bekannte Welt führt. Wie das Abenteuer ausgeht, sollte man sich unbedingt selber erlesen.

Kiepenheuer & Witsch ISBN 9783462315608

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Veröffentlicht unter Allgemein, Belletristik, Frankreich, Großbritannien, Jemen

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