Was bleibt von den 41. Tagen der Deutschsprachigen Literatur?

14 Autor*innen - 14 Lesungen und Diskussionen: Die Tage der Deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt waren ein Kraftakt für alle Beteiligten.

Die Teilnehmer*innen des Wettbewerbs bereiteten sich monatelang akribisch vor. Sie waren nicht nur als Schriftsteller*innen gefordert, sondern auch als Vorleser*innen und Performer*innen. Vor allem aber brauchten sie Nehmerqualitäten, um die halbstündige Live-Kritikerrunde zu überstehen.

Die Jurymitglieder äußerten viele kluge Gedanken zur Literatur, glitten aber immer wieder in eine teils schwer zu ertragende Geschwätzigkeit ab. Zu starr scheint hier das Zeitkonzept zu sein. Manche Diskussion hätte das Publikum mehr beeindruckt, wenn sie um das berühmte 1/8 gekürzt worden wäre.

Was bleibt mir als Leserin nach drei Tagen Lesemarathon in Erinnerung? Brilliante Ideen und mutige Ausführungen von mir bisher noch unbekannten Autor*innen:

Karin Peschka beeindruckte mich mit ihrer postapokalyptischen Geschichte über ein Kind und eine Hundemeute, die den Untergang der Welt überleben.

John Wrays kunstfertige Erzählung über ein Geschwisterpaar überraschte positiv mit ihren vielen Wendungen und machte mich neugierig auf seine bisher veröffentlichten Romane.

Ferdinand Schmalz Geschichte vom schlichten Eismann und Dr. Schauer überzeugte durch seine Mischung aus Heiterkeit und Ernsthaftigkeit.

Barbi Markovic beherrschte die Kunst, mit Humor und Sarkasmus tiefe Einblicke in eine sich von der Welt abgewandte Familie zu gewähren. Ihr wunderbarer Humor zeigte sich schon im Vorstellungsfilm, für den man die Kategorie bester Film einführen müsste.

Feinsinnig und humorvoll erzählte Jörg-Uwe Albig von der Liebe, der Liebe Gregors zur Kapelle Madeleine. Eine tolle Idee, die mutig in eine überbordende Sprache gegossen wurde.

Maxi Oberer griff die Flüchtlingskrise aus der Perspektive einer vergleichsweise privilegierten europäischen Einwanderin auf. Was so bierernst klingt, kam mit einem feinen, leisen Humor rüber.

Mal sehen, was die Jury morgen entscheidet und welches Echo die Autor*innen und ihre Bücher in der Öffentlichkeit erfahren... Hoffentlich wird das Echo groß sein!

Alle Texte und Informationen zu den Autor*innen findet ihr hier: bachmannpreis.orf.at.

Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Serbien, USA

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