Wojciech Kuczok: Dreckskerl

"Dreckskerl", so charmant tituliert der alte K. seinen Sohn in Wojciech Kuczoks gleichnamigen Roman. Alles klar - denkt der Leser. Aber so einfach macht es der Autor sich und uns nicht.

Er beschreibt in seinem Werk eine Kindheit in Polen nach dem 2. Weltkrieg. Die Verwüstungen des Krieges toben in der Gesellschaft weiter. Die Familien bekriegen sich unter einander. Eine Art Kriegszustand herrscht auch innerhalb der Familie des alten K.

Um das eigene Scheitern als erfolgloser Künstler nicht einzugestehen, schlägt er seinen Sohn regelmäßig. Der Junge flieht in einen längeren Kuraufenthalt. Unter der strengen und lieblosen Obhut im Sanatorium sehnt er sich nach seinen Eltern und selbst nach der Peitsche des Vaters.

Kuczok rechnet hier mit der polnischen Nachkriegsgeneration ab. Und doch trägt das Buch bei aller Traurigkeit versöhnliche Züge gegenüber den Eltern. Sie haben schreckliche Erlebnisse und Erfahrungen gemacht, die sie und ihre Nachkommen auch weiterhin verfolgen. Ein nachdenklich stimmendes Buch.

Suhrkamp Verlag 2007, ISBN: 978-3-518-41884-0

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Veröffentlicht unter Belletristik, Polen

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