Yan Lianke: Der Traum meines Großvaters

Der Traum vom Reichtum wird auf der ganzen Welt geträumt. Warum soll der Wohlstand nicht auch in die chinesische Provinz gelangen, fragt sich Yan Lianke in seinem Roman "Der Traum meines Großvaters"? Weil der korrupte Funktionär das verhindert!

Mitten in der Provinz Henan in einem kleinen Ort taucht in den 90er Jahren medizinisches Personal auf, um die Menschen gegen Geld zur Blutspende zu bewegen. Warum nicht, denken sich die Dorfbewohner. Das ist doch leicht verdientes Geld und was kann schon passieren. Allerhand, wenn eine Spritze für alle Blutspender benutzt wird. Am Ende ist ein Großteil der Dorfbewohner mit AIDS infiziert und vegetiert einsam und allein vor sich hin.

Lianke berichtet von der Gier aller Beteiligter nach einem Stück vom vermeintlichen Glück. Vor allem brilliert er in der Schilderung des Untergangs und der Auflösung der Dorfgemeinschaft. Eine tragische Geschichte, wie sie so ähnlich wahrscheinlich überall hätte stattfinden können. Lianke ist ein ganz großer Roman gelungen.

Ullstein Buchverlage Verlag GmbH 2005, ISBN 978 3 550 08749 3

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Veröffentlicht unter Belletristik, China

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