Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage

Zsuzsa Bánks Geschichte "Die hellen Tage" beginnt in einer deutschen Kleinstadt nach der Niederschlagung des Ungarn-Auftandes 1956. Im Mittelpunkt steht eine Flüchtlingsfamilie aus Ungarn, die in der deutschen Provinz ein neues Leben beginnt.

Die Tochter, Aja, freundet sich mit zwei Kindern aus dem Ort an. Alle drei vereint die Erfahrung von Verlust oder Tod eines nahestehenden Angehörigen. Über die enge Freundschaft der Kinder finden auch die drei Mütter zueinander. Bánk begleitet Kinder und Mütter bis in die 80er Jahre.

Sie alle scheinen ihre Schicksalsschläge mit Kraft und Stärke zu meistern. Doch hinter der Fassade der funktionierenden Menschen beschreibt die Autorin die Verletzungen und Schmerzen der Familien. Sie zeigt eindringlich, wie sehr uns Traumata bestimmen und wie wichtig es ist, diesen nicht alleine ausgesetzt zu sein. Das Buch ist ein großartiger Appell für die Freundschaft und gegen das Schweigen.

Selten habe ich ein so bewegendes Buch gelesen.

S. Fischer Verlag 2011, ISBN 9783100052223

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland, Ungarn

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